11. Nov. Demo: Ausbeutung beenden!

Ausbeutung beenden!

Demo am 11. November
Start: 16 Uhr am Karl-Marx-Kopf

Hier müsste ein Bild zu sehen sein, wenn alles so funktionieren würde, wie es sollte.

Ausbeutung beenden!
Was meinen wir damit?

Ausbeutung bildet die Grundlage der bestehenden Wirtschaftsordnung.
Zum einen die Ausbeutung von Arbeitskraft: Die meisten hier müssen ihr Leben stundenweise verkaufen, um über die Runden zu kommen. Denn das, was wir brauchen, um zu produzieren, um das Lebensnotwendige herzustellen, gehört nicht uns. Wir müssen deswegen machen, was unsere Chefs und Chefinnen sagen. Müssen den „Tag verkaufen, um sorglos zu schlafen“. In Schule, Uni und Ausbildung werden wir dazu möglichst verwertbar gemacht. Als Alternative bleibt uns nur, uns mit dem Arbeitsamt rumzuschlagen oder uns als sogenannte Selbstständige unter Dauerstress zu setzen, um den Anforderungen eines konkurrenzstarken Marktes gerecht zu werden. Immer bleiben wir auf der Strecke, unsere Zeit, unsere Selbstbestimmung, unsere Bedürfnisse. Leider haben sich viele bereits damit abgefunden und ihre Lage – als unangenehmen „Sachzwang“ – innerlich akzeptiert.
Vielleicht auch deshalb, weil es den meisten Deutschen im globalen Vergleich noch ziemlich gut geht. Die billige Nahrung in den Supermärkten, die Metalle für unsere moderne Technik, Kleidung, Benzin, Möbel, Plastik – für den Großteil der Produkte, die unseren europäischen Wohlstand ausmachen, mussten Menschen unter schlechtesten Arbeitsbedingungen in anderen Ländern schuften. Zum Teil arbeiten Menschen ohne Arbeitsschutz, ohne Verträge, ohne oder mit sehr kleiner Bezahlung. Kinder werden zur Arbeit gezwungen, damit ihr Familie überleben kann. Menschen werden für den Anbau oder Abbau von Rohstoffen von ihrem Land vertrieben. Müssen in Slums oder in andere Länder fliehen, fallen Kriegen zum Opfer, an denen die deutsche Rüstungsindustrie verdient oder leiden an der Zerstörung der Umwelt und an den Folgen des Klimawandels. Das wiederum ist Ergebnis einer anderen Ausbeutung: Der Ausbeutung der Natur.
Sie wird entweder verschmutzt oder zerteilt, zur Ressource degradiert und verbraucht. Das Leben wird zur Ware – wie alles zur Ware wird. Nur bildet die Natur auch unsere Lebensgrundlage. Das kapitalistische System zerstört damit nicht nur seine eigenen Existenzbedingungen, sondern bedroht auch unser Fortbestehen als Menschheit. In seinem endlosen Hunger nach Mehrwert verschlingt es die Arbeitskraft, den Menschen, die Natur und schließlich sich selbst. Es ist deshalb absurd von einer Krise der Marktwirtschaft zu sprechen. Der Kapitalismus, der nur durch Ausbeutung bestehen kann, hat keine Krise,
das kapitalistische System IST die Krise!

Beenden
wir diesen Zustand! Überwinden wir die Entfremdung, in dem wir beginnen selbst zu entscheiden wie und wofür wir produzieren, woran wir arbeiten, was wir brauchen und wie wir es herstellen können. Entwerfen wir neue Modelle des globalen Austausches, die frei sind von Herrschaft, Konkurrenz und Ausbeutung. Tauschen wir die Ellenbogengesellschaft ein gegen Kooperation und gegenseitige Hilfe. Errichten wir eine Welt, in der Menschen – egal welcher Herkunft – in Frieden und Solidarität miteinander leben, ohne Diskriminierung, ohne Kriege, ohne Faschismus. Mit einem guten Verhältnis zueinander und zur Natur, die als unsere Lebensgrundlage geschätzt und geschützt wird, sodass das Artensterben beendet und der Klimawandel eingedämmt werden kann. Für eine Welt in der alles allen gehört und für die Bedürfnisse aller gesorgt sein wird.
Du glaubst, das alles ist unmöglich? Wir können gemeinsam versuchen, diesem Zustand möglichst nahe zu kommen. Es sind nämlich viele Menschen schon auf dem Weg. Sie organisieren sich auf der Straße, Zuhause oder im Betrieb. In Mietgenossenschaften, Gewerkschaften, freien Verbänden. Sie besetzen Häuser und verwalten sie selbst, bauen ihre Nahrungsmittel selber an, tauschen und verschenken, was sie nicht mehr brauchen und stellen neue Dinge selbst her. Sie stellen die bestehenden Strukturen in Frage, planen den Umsturz, die Umwälzung die Revolution. Oder fangen damit schon im kleinen an, bilden solidarische Netzwerke, kämpfen gegen Faschismus, Krieg, Rassismus, Homophobie, Patriarchat, Tierausbeutung und Naturzerstörung. Streiken gegen Fremdbestimmung und schlechte Behandlung auf der Arbeit. Bemalen Wände, spielen Musik und singen über ihre Träume von einer freien und gerechten Welt. Sie machen sich schon heute auf den Weg, die bestehende Ordnung zu verändern und Stück für Stück ihre Utopie Wirklichkeit werden zu lassen.
Unsere Demo richtet sich gegen die bestehende Ordnung, die unser Leben beherrscht und unsere Zukunft bedroht. Wir werden für eine radikale Veränderung der Gesellschaft demonstrieren und Wege zeigen, die uns gemeinsam aus diesem kapitalistischen Irrgarten heraus helfen können.

Steigt aus dem Hamsterad und schaut vorbei. Am 11. November 2017, um 16 Uhr am Karl-Marx-Kopf in Chemnitz. Enden wird die Demo 20-21 Uhr mit Punkrock im Subway to Peter. Für alle die darauf keine Lust haben, gibt es eine gemeinsame Rückkehr zur Zenti.
Bringt gerne eure Ideen, Erfahrungen und Redebeiträge mit.
Unerwünscht sind Faschist*innen, Parteiwerbung und Diskriminierung.

Wir freuen uns auf euch!

15. Juni: FAU-Kü im Kompott

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Die FAU Sektion Chemnitz läd ein zu einem gemeinsamen Abend im Kompott, Leipziger Str. 5 mit

- einem Arbeitsrecht-Vortrag mit dem Titel „Dein Recht im Minijob“

- einer Diskussion und Rede zum Thema „Proletariat an der Uni ?!“

- leckerem veganen Essen (wie jede Woche)

- Livemusik mit Klassenbewußtsein

Alle sind herzlich eingeladen. Essen und Musik sind gegen Spende, ansonsten ist der Abend für euch kostenlos.
Beginn ist circa 20.30 Uhr

30. April in Jena

Die FAU Sektion Chemnitz nahm am 30. April bei der Demo der FAU Jena Teil unter dem Titel: „Für mehr Werktagsmilitanz! Egal ob Bau, Uni, Knast oder anderswo“
Die FAU Syndikate, die sich als kämpferische Basisgewerkschaften verstehen, haben damit die Notwendigkeit wilder Streiks und einer unbequeme Belegschaft im Betrieb betont und die inhaltliche Nähe zum traditionellen Arbeiter*innenkampftag gesucht, der leider am Tag darauf auf widerlichste Art und Weise von den Nazis in Gera besetzt wurde. Das dortige „antikapitalistische Kollektiv“ der Faschist*innen spielt mit linker Rhetorik und Symbolik. Das könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass die radikale Linke dieses Thema lange Zeit abseits von Ausnahme-Events nicht öffentlich besetzt hatte. Links wird heute offenbar mehr mit liberalem Bürgertum und Zeigefinger-Moral in Verbindung gebracht anstatt mit Arbeitskämpfen, Sabotage und proletarischer Revolution. Damit fehlt eine deutlich sichtbare Gruppe, welche den emotionalen Antikapitalismus aus der Mitte der Gesellschaft aufnimmt und Auswege vorschlägt und einschlägt. Jetzt versuchen die Faschist*innen diese Inhalte zu übernehmen in Halle und in Gera. Deshalb waren Mitglieder der FAU gegen beide Naziaufmärsche auf der Straße um zu blockieren und die rechten Parolen im proletarischen Gewand zu enttarnen.
Wichtig war aber vor allem auch die Vortagsdemo am 30. in Jena, weil hier – wie es eigentlich am 1. Mai der Fall sein sollte – wir als linke Gewerkschaften die Inhalte setzen konnten, die auch auf Interesse von außen stießen.
Themen waren unter anderem laufende Arbeitskämpfe auf dem Bau, in Knästen (GG/BO), an der Uni und in der Gastronomie, außerdem Strategien für den Umgang mit dem Arbeitsamt und antikapitalistische Analysen.
Auch die FAU Sektion Chemnitz beteiligte sich mit folgendem Grußwort:

Hallo,
solidarische Grüße von der FAU Sektion Chemnitz. Wir sind hier, um unsere Verbundenheit zu zeigen mit den Arbeitskämpfen vor Ort und mit der Strategie, die uns als Basisgewerkschaften verbindet: [Mglst.] Hierarchiefreie Organisation für einen gleichberechtigten gemeinsamen Kampf gegen Herrschaft und Ausbeutung auf der Straße, im Betrieb und Zuhause.
Dabei schafft der Anarchosyndikalismus eine Brücke zu schlagen zwischen konkreter Praxis und Utopie. – Er behandelt Fragen des Alltags, ohne das Ziel einer befreiten Gesellschaft aus den Augen zu verlieren.
Damit bietet er die Möglichkeit, das wirtschaftliche System, das die gefährlichen rechten und faschistischen Tendenzen unserer Tage immer wieder schützt, stützt und neu hervorbringt, direkt anzugreifen, zu schwächen und schließlich zu überwinden; – ist deshalb selbst antifaschistisch und zugleich auf Antifaschismus angewiesen, denn Faschismus bedeutet auch Gewerkschaftsfeindlichkeit.
[Wie die Nazis dann in Gera mit ihrer Hetze gegen Gewerkschaften erneut unter Beweis stellten: Für sie ist sogar der DGB zu links. Für die FAU heißt es dagegen eine linke, antiautoritäre Kritik am DGB, seiner Stellvertretungs- und Sozialpartnerpolitik, zu formulieren und sich stattdessen als radikalere und antihierarchische Alternative im alltäglichen Klassenkampf zu bewähren.]
Die beiden Kämpfe, Antifaschismus und Anarchosyndikalismus , gehören einfach zusammen. Wir möchten uns auch deshalb beim Jena/Erfurt-Syndikat bedanken, dass sie eine Demo organisiert haben, welche die Tradition des 1. Mai’s als Arbeitskampftag nicht vergisst und trotzdem einen Kompromiss gefunden hat mit den antifaschistischen Aktionen an diesem Tag.
Noch schäner wäre es natürlich, wenn wir wieder in die Offensive kommen würden und linke Inhalte und Praxisansätze wieder mehr Präsenz auf der Straße hätten: Am ersten Mai und das ganze Jahr über. Bis dahin:
Macht kaputt, was euch kaputt macht! Baut auf, was euch aufbaut! Kämpfe verbinden!


Aufruf der FAU Jena/Erfurt

Gewerkschafter_innen demonstrierten am Frauenkampftag zur JVA Chemnitz

150–200 Mitglieder der Freien Arbeiter_innen Union (FAU) und der Gruppe Gefangenensolidarität Jena sowie Unterstützer_innen demonstrierten am 8. März 2017 ihre Solidarität mit den Gefangenen der Frauen-JVA Chemnitz und der dortigen Ortsgruppe der Gefangenengewerkschaft/ Bundesweite Organisation (GG/BO). Im Anschluss der Demonstration kam es zu massiver Polizeigewalt, auch gegen Journalist_innen.

Anlässlich des jährlich am 8. März international begangenen Frauentages zog die Demonstration durch die Chemnitzer Innenstadt zur JVA. In verschiedenen Redebeiträgen und Grußworten wurden konkrete Probleme, denen Frauen* im Knast ausgesetzt sind thematisiert, wie z. B. Arbeitszwang bei niedrigster Entlohnung und unter teils menschenunwürdigen Bedingungen, oder Probleme im Falle einer Schwangerschaft und bei der Kinderbetreuung. Weiterhin ging es um die Forderungen der GG/BO (Mindestlohn und Sozialversicherung für Inhaftierte sowie volle Gewerkschaftsfreiheit auch im Gefängnis) und eine grundsätzliche Kritik am System der Inhaftierung. Zudem ging es um Geschlechterungleichheiten und grundlegende feministische Forderungen. Von den Inhaftierten wurde die Demonstration mit anhaltendem Jubel, Sprechchören und Trommeln beantwortet.

Während der Demonstration waren Polizeikräfte immer wieder durch aggressives und beleidigendes Verhalten aufgefallen. Nach der Abschlusskundgebung kam es von Seiten der Polizei zu einem Gewaltexzess, als sich Demonstrierende nicht ausreichend schnell vom Ort entfernten. Die Beamt_innen stahlen diverse Demonstrationsmittel, schlugen Demonstrant_innen in Gesichter und Mägen. Auch ein anwesender Journalist wurde geschlagen, festgehalten und für den Fall einer Veröffentlichung bedroht.

Christina Schwarz, Sprecherin der FAU Dresden, fasst den Tag zusammen: „Kraftvoll und solidarisch vonseiten der Teilnehmer_innen wurde durch die Demonstration in Chemnitz auf die Straße getragen, warum der Frauentag auch heute noch ein Kampftag ist und dies nicht zuletzt beim Frauengefängnis gezeigt werden sollte. Am wichtigsten waren uns jedoch die positiven Reaktionen der gefangenen Frauen selbst, die deren Entschlossenheit zeigen, auch im Knast weiter für ihre Interessen zu kämpfen und die uns außerhalb der Mauern inspirieren. Die Stadtverwaltung reagierte auf die Demonstration mit Verleumdungen im Vorfeld und die Polizei mit einer eskalierenden Strategie am Tag selbst, was weder nachvollziehbar noch gerechtfertigt ist.“

Pressebericht von fau.org-Seite [Link]

→Redebeiträge der FAU Sektion Chemnitz

8. März: Aufruf zur Frauenkampftags-Demo der Gefangenen-Gewerkschaft Chemnitz

Beginn:: 15.oo Uhr Hauptbahnhof Chemnitz (16.3o Uhr Zwischenkundgebung TU-Champus)

In Chemnitz befindet sich auf der Reichenhainer Straße 236 ein Frauen*-Knast. Hier müssen die Inhaftierten, wie in vielen anderen Justizvollzugsanstalten während ihrer Haft arbeiten. Diese Zwangsarbeit ist hart, gesundheitsgefährdend und kaum entlohnt: Mit 1-2 Euro die Stunde liegt der Lohn weit unter dem Mindestlohn.
Das Ausmaß der Ausbeutung wird noch dadurch gesteigert, dass das profitierende Unternehmen (was oft zum Knast selbst gehört), keine Rentenbeiträge oder andere Sozialversichungszahlungen an die Arbeiterinnen abgibt.

Diese Arbeitsbedingungen werden von den Frauen aus dem Chemnitzer Knast nicht länger akzeptiert. Sie haben sich der bundesweiten Organisation der Gefangenengewerkschaft (GG/BO) angeschlossen und fordern neben dem Mindestlohn auch Sozialversicherungs-Zahlungen und komplette Gewerkschaftsfreiheit auch hinter Gittern!

Wir rufen in Solidarität mit den um ihre Rechte kämpfenden Arbeiterinnen zur Teilnahme an der Demo am 8. März auf.

Knastbild

Wir wollen außerdem darauf hinweisen, dass die Mitglieder der Gefangenengewerkschaft in Chemnitz in mehrfacher Hinsicht von den herrschenden Strukturen betroffen sind. Als Inhaftierte werden sie mit dem ironischen Umstand konfrontiert, dass der Knast arbeitsrechtlich gesehen bisher praktisch rechtsfreier Raum ist und jeglichen Schutz der Arbeitenden vermissen lässt. Außerdem sind die Chemnitzer Gewerkschafterinnen allesamt Frauen, oder werden zumindest vom Knastsystem als solche gesehen und eingeordnet. Ihre gesamtgesellschaftliche Benachteiligung im Patriarchat ergänzt sich daher zu einem schrecklichen Ganzen zusammen mit den Behörden und Rechtsinstanzen des bürgerlich-patriarchalen Staates. Gewalterfahrungen vor und während der Haft und (strukturelle) Diskriminierung durch Staat, Gesellschaft und Partner* sind leider keine Seltenheit und hören auch nach dem Ende der Haft nicht auf. Der Kampf gegen Knäste, gegen das Patriarchat und für bessere Arbeitsbedingungen aller Lohnabhängigen bis zum Ende der Klassen- und Geschlechterherrschaft ist nicht nur im Chemnitzer Frauenknast ein gemeinsamer Kampf für ein selbstbestimmtes Leben.

Bild funktioniert nicht!