30. Juni: Pressebericht zur Soli-Kunstaktion

Am Samstag Mittag wurden von der FAU Chemnitz zwei Käfige mit “Inhaftierten” auf dem Rathausplatz aufgestellt. Diese Kunstaktion wollte auf die unhaltbare Situation einer Gefangenen im Chemnitzer Frauengefängnis hinweisen.

Durch eine posttraumatische Belastungsstörung erleidet die Insassin immer wieder Panikattacken mit Herzrasen und Schweißausbrüchen. Die Gefangene wurde durch unabhängige psychologische Gutachten für haftunfähig erklärt. Leider sitzt die Betroffene immernoch in Haft. Von der Bevölkerung erfuhr die Kunstaktion ein durchweg positives Feedback. Es fand ein reger Austausch zwischen ehemaligen Häftlingen, Betroffenen mit ähnlichem Krankheitsbild und Interessierten statt. In Folge der großen Beteiligung und mit der Entschlossenheit, die Misstände stetig zu thematisieren und zur Unterstützung der Forderung der Gefangenengwerkschaft nach Haftunterbrechung für Behandlung und Reha, wird die Kunstaktion weiterhin die Innenstadt verschönern.

30. Juni: Kunstaktion „Platzangst im Gefängnis“

Samstag, am 30. Juni treffen wir uns um 14 Uhr am Rathausplatz (oder alternativ am roten Turm in der Nähe) zu einer Kunstaktion. Ihr seid herzlich eingeladen zu kommen und eure Solidarität mit der inhaftierten Gewerkschafterin zu zeigen. Ende 18 Uhr.

Wir üben kreativen Protest um die Haftleitung des Chemnitzer Frauenknast davon zu überzeugen, einer traumatisierten Gefangenen und Gewerkschafterin der GG/BO zwecks ihrer Therapie einen Haftaufschub zu gewähren.

Daneben solidarisieren wir uns mit den Forderungen der GG/BO nach Mindestlohn, Sozialversicherungsbeiträgen und Gewerkschaftsfreiheit im Knast.
Unser Widerstand richtet sich darüber hinaus gegen alle totalitären Institutionen, Knäste, Zwangspsychiatrien und andere, weil sie Symptome und keine Ursachen sozialer Krisen bekämpfen.
Für eine befreite Gesellschaft ohne Patriarchat und kapitalistische Ausbeutung in der jeder Käfig leer und kein Knast mehr notwendig ist.

Den Fall der traumatisierten Gewerkschafterin beschreiben die
GG/BO Solidaritätsgruppen Jena und Leipzig folgendermaßen: Seit Monaten bemüht sich eine Gefangene, die von Psychologen u.a. aufgrund einer Agoraphobie mit Panikstörung schon mehrfach für haftunfähig erklärt wurde, um eine Haftunterbrechung zur Behandlung ihrer psychosomatischen Erkrankung. Jedoch scheint keine der zuständigen Stellen dazu in der Lage oder gewillt, der Gefangenen ihr Recht auf Therapie und Haftunterbrechung zu gewähren. Nun will sie gemeinsam mit der Gefangenen-Gewerkschaft und ihren Solidaritätsgruppen für ihr Recht kämpfen.

Mehr Infos auf der Seite der GG/BO oder bei Facebook.

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1. Mai 2018: Tag der Arbeitskämpfe


Geplanter Tagesablauf


FAU-Abenddemo-Aufruf

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Wir als FAU Sektion Chemnitz laden Euch ein, am ersten Mai mit uns zu demonstrieren und an die gewerkschaftlichen Kämpfe und die Errungenschaften der globalen Arbeiter*innenbewegung zu erinnern, um daran heute weiter anschließen zu können.

Leider sind wir aber an diesem Tag nicht alleine auf der Straße.
Nazis stören uns am Widerstand: Der dritte Weg versucht den Tag für seine braune Propaganda zu instrumentalisieren. Nennt ihn: „Tag der deutschen Arbeit.“
Wir lassen uns den Tag nicht nehmen, lassen nicht zu, dass er von rechts rassistisch umgedeutet wird und nehmen deswegen auch teil am antifaschistischen Protest. Auch weil Antifaschismus, als Kampf gegen gewerkschaftsfeindliche Faschist*innen und Anarchosyndikalismus, als praktischer Kampf gegen Diskriminierung, Ausbeutung und Unterdrückung, einfach zusammengehören.
Wir sind nicht Volk, wir sind Klasse!

Informiert euch hier zu diversen Protesten und Aktionen, die am 1. Mai in Chemnitz geplant sind!

Den Aufruf zur „Abenddemo für eine klassenlose Gesellschaft“ könnt ihr hier nachlesen.

Unsere FAU-Abenddemo für eine klassenlose Gesellschaft ist ab 16 Uhr auf dem Parkplatz bei der Sachsenallee angemeldet, auf dem Thomas-Mann-Platz 1b. Ab diesem Zeitpunkt könnt ihr sie als Anlaufpunkt nutzen, solltet ihr eine Auszeit von den Tumulten des Tages brauchen. Wir planen Musik und Getränke anzubieten und halten, wenn es sich anbietet, erste Redebeiträge, die ihr gerne durch eure ergänzen könnt.
Zwischen 19 und 20 Uhr werden wir uns dann in Bewegung setzten und über den Sonnenberg demonstrieren. Für eine klassenlose Gesellschaft!

6.+7. April: „Syndikat statt Staat 2″

“Syndikat statt Staat 2”

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Zwei Tage im April veranstalten wir von der FAU Stadtsektion Chemnitz zum zweiten Mal das “Syndikat statt Staat”-Festival.
Diesmal auf dem B-Hof in Glösa. Einlass ist an beiden Tagen ab 14 Uhr.
Wieder wird es veganes Essen, Konzerte, Vorträge und workshops zu Arbeitsrecht und Gewerkschaftsthemen geben.
Eintritt für Bands und Nebenkosten: 4-8€. Für Gäste von außerhalb stehen Schlafplätze bereit. Bitte bringt dazu Schlafsäcke mit.

Der 6. April hat dabei folgenden Schwerpunkt: Hartz4, Sozialgesetzbuch 2 und gemeinsame Strategien im Umgang mit Arbeitsamt und Jobcenter.
Es geht um offenen Wissensaustausch und Überlegungen, wie wir den Problemen mit dem Jobcenter durch praktische Solidarität besser begegnen können.
Außerdem findet ein Vortrag statt zur weltweiten Selbstorganisation arbeitender Kinder. Konzerte finden abends statt und davor gibt es veganes Futter.

Der 7. April steht unter dem Motto: Betriebsgruppenarbeit und Organisation im Betrieb.
Diesmal wollen wir gemeinsam darüber sprechen, wie wir uns auf der Arbeit zusammenfinden und organisieren können, um im Betrieb besser für unsere Rechte eintreten zu können. Danach gibt es wieder Nahrung und Musik.
Zwischendurch werden Filme gezeigt. Kommt gerne vorbei, diskutiert, tauscht euch aus und bringt eure eigenen Ideen mit ein.

11. März: GGBO-Solidemo zum Chemnitzer Frauenknast

Beginn:: 13.oo Uhr, Campus der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 70

Offizieller Aufruf: http://www.jena.ggbo.de/

In Chemnitz befindet sich auf der Reichenhainer Straße 236 ein Frauen*-Knast. Hier müssen die Inhaftierten, wie in vielen anderen Justizvollzugsanstalten während ihrer Haft arbeiten. Diese Zwangsarbeit ist hart, gesundheitsgefährdend und kaum entlohnt: Mit 1-2 Euro die Stunde liegt der Lohn weit unter dem Mindestlohn.
Das Ausmaß der Ausbeutung wird noch dadurch gesteigert, dass das profitierende Unternehmen (was oft zum Knast selbst gehört), keine Rentenbeiträge oder andere Sozialversichungszahlungen an die Arbeiterinnen abgibt.

Diese Arbeitsbedingungen werden von den Frauen aus dem Chemnitzer Knast nicht länger akzeptiert. Sie haben sich der bundesweiten Organisation der Gefangenengewerkschaft (GG/BO) angeschlossen und fordern neben dem Mindestlohn auch Sozialversicherungs-Zahlungen und komplette Gewerkschaftsfreiheit auch hinter Gittern!

Wir rufen in Solidarität mit den um ihre Rechte kämpfenden Arbeiterinnen zur Teilnahme an der Demo am 8. März auf.

Knastbild

Wir wollen außerdem darauf hinweisen, dass die Mitglieder der Gefangenengewerkschaft in Chemnitz in mehrfacher Hinsicht von den herrschenden Strukturen betroffen sind. Als Inhaftierte werden sie mit dem ironischen Umstand konfrontiert, dass der Knast arbeitsrechtlich gesehen bisher praktisch rechtsfreier Raum ist und jeglichen Schutz der Arbeitenden vermissen lässt. Außerdem sind die Chemnitzer Gewerkschafterinnen allesamt Frauen, oder werden zumindest vom Knastsystem als solche gesehen und eingeordnet. Ihre gesamtgesellschaftliche Benachteiligung im Patriarchat ergänzt sich daher zu einem schrecklichen Ganzen zusammen mit den Behörden und Rechtsinstanzen des bürgerlich-patriarchalen Staates. Gewalterfahrungen vor und während der Haft und (strukturelle) Diskriminierung durch Staat, Gesellschaft und Partner* sind leider keine Seltenheit und hören auch nach dem Ende der Haft nicht auf. Der Kampf gegen Knäste, gegen das Patriarchat und für bessere Arbeitsbedingungen aller Lohnabhängigen bis zum Ende der Klassen- und Geschlechterherrschaft ist nicht nur im Chemnitzer Frauenknast ein gemeinsamer Kampf für ein selbstbestimmtes Leben.

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