Ein Rückblick auf den 11. November

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Ihr lest im Folgenden einen leider unveröffentlichten Artikel zur Demo „Ausbeutung beenden“, welche hauptsächlich von Unterstützer*innen und Mitgliedern der FAU Sektion Chemnitz organisiert wurde. Da der Text ursprünglich für eine lokale Zeitung gedacht war, wirkt der Schreibstil unter Umständen etwas seltsam. Seid darauf gefasst!

Zuvor wollen wir uns aber noch ganz herzlich bedanken bei allen Leuten, die von außerhalb angereist sind und natürlich auch bei allen Menschen aus Chemnitz, die trotz des schlechten Wetters dabei waren.
Ganz besonderer Dank geht dabei an diejenigen, die mitgeholfen und mitgestaltet haben. Danke für den Lauti, die Technik, das Malen und Besprühen von Bannern und Transparenten, das Schreiben und Halten von Redebeiträgen und all die anderen Dinge, welche die Aktion ermöglicht haben.

Auch wenn es nur ein relativ kleines Ereignis war, beweist doch diese Demo, die von uns gemeinsam geplant und umgesetzt wurde, welche Wirkung Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe entfalten können. Danke euch allen!

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„Gegen Ausbeutung hilft Solidarität“


Demozug durch Chemnitz stellt Kapitalismus in Frage

Am vergangenen Samstag treffen sich circa 80 Personen um 16 Uhr unter dem Motto „Ausbeutung beenden“ am Karl-Marx-Kopf. Erklärtes Ziel der Versammlung ist darüber zu informieren, mit welchen Strategien im Alltag für mehr soziale Gerechtigkeit gekämpft werden kann. Mit einem großen Banner unter dem Marx-Monument, machen die Demonstrierenden gleich zu Beginn deutlich, dass ihr Ziel einer gerechten Gesellschaft nur jenseits des Kapitalismus zu erreichen ist. „Ich hatte Recht! Kapitalismus untergräbt Mensch und Planet. Gegen Ausbeutung hilft Solidarität“ ist in einer großen Sprechblase unter dem Nischel zu lesen. Auch aus den Transparenten und Bannern geht hervor, dass kapitalistisches Wirtschaften und eine nach Hierarchien geordnete Gesellschaft abgelehnt werden. Schwarz-rote Fahnen zeugen von der Hoffnung auf eine herrschaftsfreie und klassenlose Gesellschaft.
Der Regen fällt und der Demozug setzt sich in Bewegung durch die Innenstadt und biegt über den Johannisplatz Richtung Zentralhaltestelle ab. Musik und Sprechchöre hallen durch die breiten Straßen von Chemnitz bis die Demo den Park der Opfer des Faschismus erreicht. Dort folgt ein Gedenken an die Opfer des deutschen Faschismus und die Betroffenen von Rassismus heute.
Später am Haus der Gewerkschaften werden eine Reihe linker Projekte in der Stadt vorgestellt, in denen Solidarität praktisch erlebt werden kann. Unter den Vorschlägen sind der Umsonstladen, Volxküchen mit Essen gegen Spende oder Solidarische Landwirtschaft. Außerdem stellt sich die Basisgewerkschaft „Freie Arbeiter- und Arbeiterinnen Union“ (FAU) vor, in der sich Lohnabhängige aller Branchen zusammenfinden und für ihre Rechte am Arbeitsplatz kämpfen können.
Dann überquert die Demo die Gleise über eine Gehwegbrücke und erreicht den Sonnenberg. Das Polizeiaufgebot wird sogleich erhöht – offenbar wird mit möglichen Übergriffen gerechnet. Und tatsächlich, später während die Teilnehmenden das umstehende Publikum zur Selbstorganisation gegen Ausbeutung auffordern, wird von außen eine Glasflasche auf die Demo geworfen. Kurz vor einer Reihe aus Kinderwägen, die beim Aufzug dabei sind, zerspringt die Falsche in Scherben. Glücklicherweise gibt es keine Verletzten und wütend über diesen Angriff werden antifaschistische Sprüche laut, welche durch die Hainstraße hallen, bis der Aufzug endlich sein Ende in der Peterstraße findet.
Die PARTEI wartet dort schon mit einem Pavillon und verteilt auf Papier gedrucktes „Demogeld“, um sich über rechte Gerüchte, linke Demonstrierende würden für ihr Engagement vom Staat bezahlt werden, lustig zu machen.
Die Veranstaltung endet mit Musik und Redebeiträgen: „Überlegt Euch selbst, was Euch stört und wie ihr dagegen im Alltag vor gehen könnt. Organisiert euch selbst – im Betrieb und Zuhause“ wird das Anliegen ein letztes Mal deutlich. Dann endet die Demo. Für die meisten Teilnehmenden eine gelungene Aktion.