11. März: GGBO-Solidemo zum Chemnitzer Frauenknast

Beginn:: 13.oo Uhr, Campus der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße 70

Offizieller Aufruf: http://www.jena.ggbo.de/

In Chemnitz befindet sich auf der Reichenhainer Straße 236 ein Frauen*-Knast. Hier müssen die Inhaftierten, wie in vielen anderen Justizvollzugsanstalten während ihrer Haft arbeiten. Diese Zwangsarbeit ist hart, gesundheitsgefährdend und kaum entlohnt: Mit 1-2 Euro die Stunde liegt der Lohn weit unter dem Mindestlohn.
Das Ausmaß der Ausbeutung wird noch dadurch gesteigert, dass das profitierende Unternehmen (was oft zum Knast selbst gehört), keine Rentenbeiträge oder andere Sozialversichungszahlungen an die Arbeiterinnen abgibt.

Diese Arbeitsbedingungen werden von den Frauen aus dem Chemnitzer Knast nicht länger akzeptiert. Sie haben sich der bundesweiten Organisation der Gefangenengewerkschaft (GG/BO) angeschlossen und fordern neben dem Mindestlohn auch Sozialversicherungs-Zahlungen und komplette Gewerkschaftsfreiheit auch hinter Gittern!

Wir rufen in Solidarität mit den um ihre Rechte kämpfenden Arbeiterinnen zur Teilnahme an der Demo am 8. März auf.

Knastbild

Wir wollen außerdem darauf hinweisen, dass die Mitglieder der Gefangenengewerkschaft in Chemnitz in mehrfacher Hinsicht von den herrschenden Strukturen betroffen sind. Als Inhaftierte werden sie mit dem ironischen Umstand konfrontiert, dass der Knast arbeitsrechtlich gesehen bisher praktisch rechtsfreier Raum ist und jeglichen Schutz der Arbeitenden vermissen lässt. Außerdem sind die Chemnitzer Gewerkschafterinnen allesamt Frauen, oder werden zumindest vom Knastsystem als solche gesehen und eingeordnet. Ihre gesamtgesellschaftliche Benachteiligung im Patriarchat ergänzt sich daher zu einem schrecklichen Ganzen zusammen mit den Behörden und Rechtsinstanzen des bürgerlich-patriarchalen Staates. Gewalterfahrungen vor und während der Haft und (strukturelle) Diskriminierung durch Staat, Gesellschaft und Partner* sind leider keine Seltenheit und hören auch nach dem Ende der Haft nicht auf. Der Kampf gegen Knäste, gegen das Patriarchat und für bessere Arbeitsbedingungen aller Lohnabhängigen bis zum Ende der Klassen- und Geschlechterherrschaft ist nicht nur im Chemnitzer Frauenknast ein gemeinsamer Kampf für ein selbstbestimmtes Leben.

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